5. TEN.-Convention in Heidelberg

Anlässlich der 5. TEN.-Convention trafen sich am Donnerstagabend Entscheider der Gesundheitsbranche in Heidelberg, um große Zukunftsfragen von E-Health zu erörtern. „Komme all Deinen Pflichten ruhig und geschickt nach und verbirg die meisten Erkenntnisse vor dem Patienten, während du dich um ihn kümmerst.“ Dieser Lehrsatz von Hippokrates, gerichtet an die Ärzte seiner Zeit, hallt bis heute nach: Welches Wissen über seine Erkrankung sollte die Patientin oder der Patient haben? Welche Entscheidungen kann und darf er oder sie selbst treffen? Bei der 5. Convention von TEN. The E-Health-Network, die wie immer im Kammermusiksaal des Kongresshauses Stadthalle Heidelberg stattfand, hörten die Teilnehmer den Kontrapunkt zu diesem hippokratischen Diktum von Frau Prof. Dr. med. Woopen, Vorsitzende des Ethikrates der Europäischen Kommission und geschäftsführende Direktorin von ceres an der Universität zu Köln. Mit ihrem Vortrag zur „Digitalen Souveränität des Patienten“ eröffnete sie den TEN.-Netzwerkern ihre Perspektive auf den „Empowered Patient“, der immer stärker zum Akteur seiner eigenen Gesundheit wird. Dieser verfüge über seine eigenen Gesundheitsdaten, habe Zugang zu qualitätsgestützten Gesundheitsinformationen und nutze beispielsweise Self-Monitoring-Geräte und Apps, die eine ärztliche Betreuung teilweise ersetzen, vor allem aber unterstützen könnten. All dies bedeute mehr Selbstbestimmung, höhere Patientenpartizipation und eine bessere Qualität der Gesundheitsversorgung. Hierfür seien die technische Infrastruktur, eine Offensive für digitale Kompetenz aller Beteiligten sowie Vertrauen durch Qualitätssicherung und Datenschutz eine wesentliche Voraussetzung: „Wir brauchen auf lange Sicht prozessorientiertere Datenschutzbestimmungen. Wir möchten von den Daten den Nutzen haben und Fortschritt erzielen, auf der anderen Seite möchten wir die Privatsphäre des Patienten und unser solidarisches Gesundheitssystem schützen.“