6. TEN.-Convention in Heidelberg

Anlässlich der 6. TEN.-Convention trafen sich am Donnerstagabend Entscheider der Gesundheitsbranche im Kongresshaus Heidelberg, um über die Chancen und Herausforderungen von personalisierter Medizin und Precision Software zu diskutieren. Angelina Jolie machte es 2013 vor: Auf Grund eines Gentests, der ihr voraussagte, mit einer Wahrscheinlichkeit von 87% an Brustkrebs vor dem 40. Lebensjahr zu erkranken, ließ sie sich prophylaktisch beide Brüste amputieren. Ein mutiger Schritt, der die Möglichkeiten von personalisierter Medizin auch der breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Mit diesem Beispiel eröffnete Prof. Dr. Jochen Maas, Leiter R&D der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, auf der 6. Convention von TEN. The E-Health-Network seinen Vortrag zum Thema „Personalisierte Medizin, Hip, Hope or Hype?“. In der personalisierten Medizin werde versucht, verschiedene Patienten passgenau zu behandeln, um so die Effektivität, Sicherheit und Dosierung von Arzneimitteln zu verbessern. Phenotyping und Genotyping spielten dabei eine essentielle Rolle, um bessere Behandlungsmöglichkeiten zu erreichen. Aber „zielgerichtete und angepasste Therapie an den Krankheitsverlauf“, warnt Prof. Dr. Maas, „verursacht hohe Kosten“, die das Gesundheitssystem stark belasten würden. „Dafür müssen wir noch eine Lösung finden!“, weiß Prof. Dr. Maas. Auch die ethische Frage, ob der Patient ein Recht darauf haben sollte, seine Erkrankungswahrscheinlichkeit zu erfahren, bringe große Herausforderungen mit sich. Habe die breite Bevölkerung die Gesundheitskompetenz, mit solchen Informationen angemessen umzugehen? Und gebe es ein Recht auf Nichtwissen? „Wenn wir all diese Fragen nicht lösen, dann werden uns in der Wissenschaft andere Länder überholen“, mahnt Prof. Dr. Maas.